Foto: Tom Philippi
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Kaum hat der ersehnte Frühling Einzug gehalten, überschlagen sich die Medien allenthalben mit Meldungen über neue Hitzerekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Sommerliche Temperaturen schon im April, Wasserknappheit bereits im Mai, überhitzte Städte und zunehmende gesundheitliche Gefahren für eine überalterte Gesellschaft: Die Liste der möglichen Maßnahmen gegen die Folgen der Erderwärmung ist ziemlich lang, und ganz oben auf ihr stehen öffentliche Schwimmbäder. Diese sind allerdings nicht nur ein begehrter Zufluchtsort bei extremen Wetterereignissen, sondern eine echte Bereicherung für das soziale Zusammenleben, den Sport und die Gesundheit. Es gibt wenige Orte, an denen nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen so niederschwellig zusammenkommen und ihre Freizeit auf angenehmste Weise verbringen können. Der Nutzen kommunaler Bäder, die schöne Seite der Medaille, ist wohl unbestritten. Häufiger diskutiert wird hingegen die pragmatische Seite: die Kosten. Eine gute Planung und kluge Investitionsentscheidungen halten die Erstellungs- bzw. Sanierungskosten niedrig und wirken sich außerdem langfristig positiv auf einen wirtschaftlichen Betrieb aus. Stimmt das Gesamtkonzept, lassen sich nachweislich deutlich mehr als 50 Prozent der Kosten einsparen.

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Planung

Am Beginn der Planung sollte eine ehrliche und realistische Bedarfsanalyse stehen; diese muss dann verantwortungsvoll mit den zur Verfügung stehenden Mitteln in Einklang gebracht werden. Im Sanierungsfall kann es dabei durchaus sinnvoll sein, in neuere, wirtschaftlichere Technik zu investieren, die den weiteren Betrieb sicherstellt und sich mittelfristig amortisiert.

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Bei der Neuplanung dreht sich zunächst alles um das Becken selbst. Dabei ist nicht nur dessen Größe, also Fläche mal Tiefe, entscheidend, weil sich die später aufzubereitende Wassermenge direkt auf die Größe der gesamten Anlage auswirkt. Auch dessen Form, etwa eckig, oval oder polygonal, und natürlich die Nutzungsarten, etwa Schwimmerbecken, Nichtschwimmerbecken, Planschbecken oder Warmwasserbecken, bestimmen die Beckenhydraulik, also die Verteilung des Wassers. Sie nehmen damit Einfluss auf die notwendige Pumpenleistung, die Dimensionierung der Verrohrung, die Größe der Filtrationsanlage und die Anzahl der Einlaufdüsen.

Von größter Wichtigkeit für die Planung öffentlicher Schwimmbäder ist außerdem die DIN EN 15288-1 „Sicherheitstechnische Anforderungen an Planung und Bau“. In ihr sind sehr detaillierte Anforderungen an den Bau formuliert, von der Zuwegung über das Raumprogramm und die Rutschfestigkeit von Bodenbelägen bis hin zu SHK-Installationen, Licht und Akustik.

Die DIN EN 15288-2 „Sicherheitstechnische Anforderungen an den Betrieb“ ergänzt diese Anforderungen um den Themenbereich Gefahrenabwehr und Sicherheitsmanagement. Dazu gehören allgemeine Abläufe, die Wasseraufsicht sowie die Anwendung von Chemikalien und die Überwachung der physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Qualität des Beckenwassers. Die Anforderungen an die Beckenwasserqualität regelt die DIN EN 19643-1. Sie berücksichtigt Filtration, Desinfektionsanlagen, die Korrektur des pH-Werts und der Säurekapazität sowie automatisch geregelte Dosierungen.

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Betriebskosten

Mit der Aufnahme des Badebetriebs zeigt sich die Qualität der technischen Planung, denn jetzt treten die Baukosten zurück und das Augenmerk liegt auf den Betriebskosten. Diese bestehen größtenteils aus Energie- und Personalkosten sowie aus Kosten für Instandhaltung, Hilfsstoffe und Betriebsstoffe. Die erstgenannten Kosten machen den Löwenanteil aus, weshalb sich hier besonders wirksam eingreifen lässt. Ein genauerer Blick auf die Wasseraufbereitung eines Schwimmbades veranschaulicht das Einsparpotenzial.

Man kann sich die Wasseraufbereitung als Kreislauf vorstellen. Der Kreislauf wird lediglich geöffnet, um die Filteranlagen durchzuspülen und das dadurch entnommene Wasser wieder aufzufüllen. Der Prozess beginnt, indem das Beckenwasser über die Überlaufrinne zu einem Wasserspeicher gelangt. Danach wird ihm über eine Dosieranlage ein Flockungsmittel beigemengt. Dieses dient dazu, kleinste im Wasser befindliche Verunreinigungen zu binden und sie überhaupt erst filtrierbar zu machen.

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Der Filtration kommt eine wesentliche Bedeutung zu, denn je mehr Verunreinigungen bereits an dieser Stelle entfernt werden können, desto geringer ist der Bedarf an chemischer Desinfektion. Das sorgt für hygienisches Badewasser und reduziert die Kosten. Besonders bewährt haben sich Mehrschichtfilter und Unterdruckfilter, die nach dem Saugfiltrationsverfahren arbeiten und eine Filterschicht aus Hydroanthrazit aufweisen. Das Material verhält sich ähnlich wie Aktivkohle und ist in der Lage, selbst Geruchs- und Geschmacksstoffe zurückzuhalten, also auch gebundenes Chlor. Das ist jenes Chlor, das seine Wirkung bereits entfaltet hat und für den charakteristischen Chlorgeruch sorgt. Starker Chlorgeruch ist also nicht, wie oft vermutet, ein Indikator für wirksam desinfiziertes Wasser. Gut aufbereitetes Schwimmbadwasser ist geruchsarm und reizt weder Haut noch Augen.

In einem weiteren Schritt wird das Wasser über einen Plattenwärmetauscher erneut auf die gewünschte Temperatur gebracht. Schließlich folgen die Stationen Desinfektion sowie die Einstellung des pH-Werts. Der pH-Wert sollte bei 7,0 bis 7,2 liegen, und zwar auf stabilem Niveau, denn dann ist die Anlage bestmöglich vor Korrosion geschützt und das Desinfektionsmittel erreicht seinen höchsten Wirkungsgrad. Weil für das Chlor im Wasser öffentlicher Schwimmbäder eine sogenannte Depotwirkung vorgeschrieben ist, muss die Menge an freiem Chlor 0,3 mg/l bis 0,6 mg/l betragen, in Whirlpools 0,7 mg/l bis 1,0 mg/l.

Eine weitere wichtige Größe der Wasseraufbereitung ist die sogenannte Redoxspannung. Sie gibt als indirekte Messgröße den Grad der Verschmutzung des Wassers an; Desinfektionsmittel erhöhen den Wert, Verunreinigungen verringern ihn. Beträgt sie mindestens 750 mV, deutet das auf eine hohe Abtötungsgeschwindigkeit hin, ein klares Indiz für die erwünschte Hygiene.

§ 37 des Infektionsschutzgesetzes schreibt unter anderem vor, dass Wasser, das in öffentlichen Bädern zum Schwimmen oder Baden bereitgestellt wird, so beschaffen sein muss, dass durch seinen Gebrauch keine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, zu befürchten ist. Außerdem muss die Aufbereitung des Wassers bei Schwimm- oder Badebecken eine Desinfektion einschließen.

Hier kommt das bereits erwähnte Chlor ins Spiel, das im Beckenwasser permanent eine ausreichende Desinfektionswirkung sicherstellt. Die Beschaffung, der Transport, die Lagerung und der Einsatz von Chlor sind aufwendig, gefährlich und teuer. Es müssen im Schwimmbad bestimmte Lagerräume vorhanden sein, und die Chemikalie darf nur von entsprechend geschultem Personal eingesetzt werden. Das bedeutet zusätzliche bauliche Maßnahmen und einen erhöhten Personalschlüssel.

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Auch aus diesem Grund empfiehlt nicht zuletzt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, wo immer möglich, das sogenannte Salz-Elektrolyseverfahren gemäß DIN EN 17818 „Anlagen zur In-Situ-Erzeugung von Bioziden – Aktives Chlor hergestellt aus Natriumchlorid durch Elektrolyse“ anzuwenden. Bei diesem Verfahren werden Salz und Wasser elektrolysiert, wobei hochwertige Chlorverbindungen entstehen, die auch für Trinkwasser zugelassen sind. Eine vollautomatisch arbeitende Anlage stellt dabei vor Ort immer nur die aktuell benötigte Menge des Desinfektionsmittels her: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Zum Betrieb der Anlage muss lediglich kostengünstiges Salz bevorratet werden, das bei Lagerung und Gebrauch vollkommen unproblematisch ist.

Wer bereits in einer frühen Planungsphase einen kompetenten Berater einbezieht, der in der Lage ist, alle Komponenten richtig auszuwählen und mittels einer umfassenden digitalen Mess- und Regeltechnik präzise aufeinander abzustimmen, kann recht sicher sein, nicht nur einen gesunden, komfortablen Badebetrieb, sondern auch ein Maximum an Wirtschaftlichkeit erreicht zu haben.

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