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Do, Sep

Heizkonzept für KiTa-Neubau in Delmenhorst

Die inklusiv konzipierte Kindertagesstätte beherbergt zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen.

Heizungstechnik
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Die neue Kindertagesstätte in Delmenhorst setzt auf Inklusion. Bei der technischen Ausstattung kombinierte man ein Gas-Brennwertgerät von Brötje mit Heiz-Kühlelementen von Best.

Barrierefrei, Platz für bis zu 105 Kinder in unterschiedlichen Krippen- und Kindergartengruppen – die Stadt Delmenhorst hat mit dem Neubau an der Langenwischstraße gute Bedingungen für die inklusive Betreuung geschaffen. Rund 4.150 m³ umbauter Raum wurden in eingeschossiger Bauweise errichtet. Nach Süden hin öffnet sich das Gebäude mit großen Fensterflächen, sodass ein guter Übergang vom Innen- zum Außenbereich entsteht.

Im Technikraum fand neben der Heizung und dem Verteiler auch eine der beiden Lüftungsanlagen Platz. Sie wurde unter der Decke befestigt.
Im Technikraum fand neben der Heizung und dem Verteiler auch eine der beiden Lüftungsanlagen Platz. Sie wurde unter der Decke befestigt.

Der energetische Standard gemäß EnEV 2014 wurde durch die Verwendung höherer Dämmstärken an den Außenbauteilen (Dach, Wand, Fußboden) unterschritten. Zwei getrennt arbeitende Lüftungsanlagen stellen für die Bereiche Kinderkrippe und Kindergarten den regelmäßigen Luftaustausch sicher. Für die Beheizung hat sich das Planungsteam der Stadt aus dem Fachdienst Architektur und Technik für eine wandhängende Gas-Brennwertheizung mit dem Namen EcoTherm Plus WGB aus dem Hause Brötje entschieden.

Fünf Heizkreise werden vom EcoTherm Plus WGB bedient.
Fünf Heizkreise werden vom EcoTherm Plus WGB bedient.

Die Nennwärmeleistung kann bedarfsgerecht zwischen 12 und 50 kW abgerufen werden. Mit einem leistungsstarken Brenner, einem Aluminium-Silizium-Wärmetauscher und stufenlos geregelten Pumpen arbeitet der EcoTherm Plus WGB nicht nur effizient, sondern auch emissionsarm und umweltfreundlich. Durch seine kompakte Bauweise – als Maße werden 851 x 480 x 407 mm (HxBxT) angegeben – beansprucht das Gerät nur wenig Platz im Technikraum der KiTa. Durch das Systemtechnik-Zubehör und den Multilevel-Gedanken wird eine rasche Installation möglich.

Als Regelungssystem wird das bewährte ISR Plus eingesetzt. Das beleuchtete Display mit Klartextanzeige macht es dem Installateur einfach, die entsprechenden Daten einzugeben. Die Anlage versorgt fünf Heizkreise: Deckenstrahlplatten Kindergarten, Heizkörper Kindergarten, Deckenstrahlplatten Kinderkrippe, Heizkörper Kinderkrippe sowie Deckenstrahlplatten Mehrzweckraum.

Die Grundeinstellung für die Heizkreise, auch für die Heiz-Kühlelemente, lässt sich an den Heizungsreglern im Technikraum vornehmen. Außerdem verfügt jeder Raum über eine eigene Raumtemperaturregelung mit Abgleich- und Regelventil sowie Raumthermostat.
Die Grundeinstellung für die Heizkreise, auch für die Heiz-Kühlelemente, lässt sich an den Heizungsreglern im Technikraum vornehmen. Außerdem verfügt jeder Raum über eine eigene Raumtemperaturregelung mit Abgleich- und Regelventil sowie Raumthermostat.

Vor allem die Aufenthaltsräume wurden mit Heiz-Kühlelementen aus dem Hause Best ausgestattet. Hier kommt die langjährige Erfahrung des Unternehmens zum Tragen, das schon zahlreiche KiTa- und Schul-Projekte umgesetzt hat. Als Raumempfindungstemperatur werden 20°C angegeben. Dies gelingt durch die Strahlungswärme, die eine angenehme Temperatur der Umgebungsflächen hervorruft. Zudem ließen sich die wärmeabgebenden Flächen bedarfsgerecht anordnen, sodass eine hohe Behaglichkeit erreicht wird. Für eine KiTa spielt außerdem eine Rolle, dass kaum Staub und Keime aufgewirbelt werden.

Insgesamt elf verschieden große Räume wurden mit den Heiz-Kühlelementen HKE-EL in RAL 9016 verkehrsweiß ausgestattet. Das Rastermaß von 625 mm wurde auch für die HKE-EL eingesetzt. Die Länge und Breite der einzelnen Elemente bzw. der mehrteiligen Bänder orientierte sich an diesem Maß, die exakte Festlegung der Abmessungen erfolgte nach Auftragserteilung und in Abstimmung mit dem Gewerk Trockenbau.

Lampen wurden außerhalb der Heiz-Kühlelemente angebracht, das vereinfachte die Installation.
Lampen wurden außerhalb der Heiz-Kühlelemente angebracht, das vereinfachte die Installation.

Um die gewünschte Schallabsorption zu erlangen, wurden die HKE-EL in der Akustikausführung gewählt. Dazu werden die Aluminiumbleche gelocht, wobei ein Lochdurchmesser von 2,00 mm und ein Raster von 5,00 mm genutzt wurde. Auf dieses Strahlblech werden die in Wärmeprofile aus Alu-Strangguss verpressten Kupferrohre verklebt. Darauf wird werksseitig die 40 mm starke Dämmung aus Mineralfasermatten eingelegt, luftdicht und rieselsicher in transparenter Folie eingeschweißt. Zur Fixierung sind die HKE-EL aufgekantet – 60 mm nach oben und 20 mm nach innen, wobei an den Kanten zu den Haupttrageschienen eine 70°- statt einer 90°-Aufkantung gewählt wurde.

Der bewertete Schallabsorptionsgrad wird mit αw ≥ 0,95 angegeben, was der Schallabsorptionsklasse A entspricht. Dies ergibt sich aus dem geforderten Schallabsorptionsgrad bei 500 Hz ≥ 1,16 bzw. bei 1.000 Hz ≥ 1,26 und einem Hohlraum von 260 mm (gemäß DIN EN ISO 11654).

Die Stütze für die Abtrennung des WC-Bereichs ließ sich problemlos an der Decke befestigen.
Die Stütze für die Abtrennung des WC-Bereichs ließ sich problemlos an der Decke befestigen.

Der Einbau der HKE-EL in die Rasterdecke bedingte eine Abstimmung mit dem Trockenbauer. Dieser erstellte zunächst die Unterkonstruktion, ehe die Elemente eingelegt wurden. Dabei kam PE-Vorlegeband zum Einsatz, um die Platten schalltechnisch von der Trockenbaukonstruktion zu entkoppeln. Das geringe Gewicht der Heizelemente ermöglicht ein direktes Einlegen in die Trockenbau-Unterkonstruktion ohne aufwändige Abhängungen zur Decke. Zur Sicherheit wurden jedoch für jedes Heizelement einfache Lochbandbefestigungen in der Decke verankert. Die 70°-Aufkantung erleichterte das Einpassen in die Trockenbaudecke.

Zur Verbindung von Teillängen setzte man Sonderpressfittings von 15 mm ein. Diese Spezialschiebemuffe aus Kupfer bewirkt den Dehnungsausgleich zwischen den Elementen. Jedes Heizband erhielt einen Sammler bzw. Verteiler als Zusammenführung der einzelnen Rohre. Von diesem Sammelübergang erfolgte die weitergehende Verrohrung. Insgesamt 84,70 m² HKE-EL wurden installiert, verteilt auf 35 Bänder mit unterschiedlichen Längen. Durch die Möglichkeit, Einzelplatten stufenlos bis zu 3,00 m Baulänge zu fertigen, konnte die Anpassung an die Rasterdecke wie vorgesehen erfolgen.

Ein gelungener Übergang zwischen den Elementen der Rasterdecke wird durch die Konstruktion der Heiz-Kühlelemente möglich.
Ein gelungener Übergang zwischen den Elementen der Rasterdecke wird durch die Konstruktion der Heiz-Kühlelemente möglich.

Raumthermostate in jedem mit HKE-EL ausgestatteten Raum ermöglichen eine individuelle Einstellung der Raumlufttemperatur durch die Mitarbeiter. Eine Kühlung im Sommerbetrieb wurde nicht berücksichtigt. Den Nutzungszeiten entsprechend können für jeden der fünf Regelkreise die Heiz- und Absenkzeiten sowie weitere Parameter an den Heizungsreglern eingestellt werden. Für die Gewährleistungsdauer von vier Jahren wurde mit der ausführenden Heizungsfirma Skibba ein Wartungsvertrag abgeschlossen.

August Brötje GmbH, www.broetje.de

Best GmbH, www.best-kuehlheizen.de

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